Pressekonferenz 30.4.2007 / Begrüßung
Prof. Karl Richter
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Sehr geehrte Damen und Herren von Presse, Funk und Fernsehen,
im Namen der Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie begrüße ich Sie zu dieser Pressekonferenz, mit der wir die Initiative erstmals der Öffentlichkeit vorstellen.
Die Vorgeschichte reicht bis Anfang Dezember 2006 zurück. Damals wurden die Frequenzen für die WiMAX-Technik versteigert - wie im Falle der UMTS-Technik vor Erforschung ihrer Risiken. In einem Appell haben sich zahlreiche Wissenschaftler, Ärzte und Techniker vergeblich dagegen gewandt. Die Reaktionen unserer Spitzenpolitiker zeigten, dass Einwände und Widerstände dieser Art nicht vorgesehen sind. Der Bundespräsident gab den Appell zuständigkeitshalber an das Gesundheitsministerium weiter. Das Gesundheitsministerium und die Bundeskanzlerin fanden das Umweltministerium zuständig. Von dort aber bekamen wir drei Monate später mitgeteilt, dass dem Ministerium Nachweise der Schädigung durch elektromagnetische Felder unterhalb geltender Grenzwerte nicht vorlägen.
Herr Dr.Kern und ich fanden den beobachteten politischen Umgang mit fachkompetenten Bürgern und dem Stand einer industrieunabhängigen Forschung wenig befriedigend. Wir riefen dazu auf, der Zusammenarbeit einer interdisziplinären Fachkompetenz, die sich im Zeichen des WiMAX-Appells versammelt hatte, in einer Kompetenzinitiative Dauer und eine breite Grundlage zu geben - mit dem Ziel, die Gestaltung von Verbraucher- und Umweltschutz nicht den politisch Verantwortlichen zu überlassen.
Dem verteilten Grundsatzprogramm können Sie entnehmen, wie viele Wissenschaftler, Ärzte und Techniker, aber auch gesundheits- und umweltengagierte Vereinigungen die Initiative inzwischen als Erstunterzeichner/innen tragen. Was die Initiative fordert, ist der Gründungserklärung, einer beigefügten Kurzinformation, aber auch unseren folgenden mündlichen Erläuterungen zu entnehmen.
Dass wir die Erstvorstellung im Rahmen einer Pressekonferenz ins Allgäu verlegen, hat einfache Gründe. Herr Dr. Kern und ich sind dieser Region verbunden: Herr Kern als psychosomatischer Facharzt, ich immerhin als jemand, der lange in Sonthofen gelebt, in Oberstdorf sein Abitur gemacht hat und nach 43 Ehejahren noch immer mit einer Klassenkameradin aus Fischen verheiratet ist und hier einen Teil des Jahres verbringt. Nach allem, was uns an Schädigungen von Menschen, Tieren und Pflanzen bekannt ist, sehen wir die Region, deren besonderes Kapital erholungsuchende Menschen und milchfreudige Kühe sind, durch eine lawinenartig fortschreitende elektromagnetische Überlastung aber auch ganz besonders gefährdet. Dies durchaus auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Jedenfalls könnte sich nirgendwo mehr als gerade hier ein weiser Kompromiss bezahlt machen, der zwar mobiles Telefonieren ermöglicht, aber darauf verzichtet, auch in Tiefgaragen und Betonwaschküchen erreichbar zu sein.
Die folgenden Kurzbeiträge sagen Ihnen, warum wir dazu auffordern, diesen Weg gegen den Druck einer fragwürdigen Allianz aus Politik und Kapital zu suchen.